Kaum ein Durchkommen

Beeindruckender Protest gegen Höcke und den Neujahrsempfang der AfD-Fraktion

Bericht eines Teilnehmers: 16:30 Uhr: Regenjacke an, Info-Karten und Klemmbrett-Unterschriftenlistenmappe mit Kugelschreiber in der leidlich nässesicheren Plastiktüte, die Fahne „ AfD-Verbieten Jetzt!“, auf den Bambusstock gezogen, Plakatsandwiche umgehängt und ab, Richtung Rathaus. Ich sehe auf dem Weg immer mehr Menschen, mit offensichtlich gleichem Ziel. Es sind erste schöne Begegnungen miteinander zugeworfenem Lächeln. Kurz vor dem Rathaus dann ein steif wirkender Typ, der sich lauthals über die Verbotsforderung auf meiner Fahne echauffiert. Das amüsiert mich nur. Ich komme um die Rathausecke und sehe staunend hinter weiträumiger Polizeiabsperrung die dicht an dicht stehenden Demonstrierenden. So viele Fahnen, bunte Schirme, kreative Schilder, Menschen alle Generationen. Unglaublich, trotz des miesen Wetters!

Vor der Bühne ist kaum ein Durchkommen. Die Omas gegen rechts sammeln mobil und am Stand Unterschriften, wir begrüßen uns, los geht es mit Info-Karten verteilen und Unterschriftensammeln für das AfD-Verbot. Viele Angesprochene haben unseren Appell bereits digital unterzeichnet. Andere entscheiden, sich kaum angesprochen, direkt auf meinen Listen zu unterschreiben. Ganze Familien sind dabei. Unterschriftenmappe, Kugelschreiber, Info-Karten und Fahne zugleich zu händeln, das ist nicht immer einfach, aber mir schlägt viel Geduld, manchmal zufassende Hilfe und großes Wohlwollen entgegen, wenn ich mich mit meinem ganzen Equipment mal verheddere. Menschen fragen nach dem Stand unserer Kampagne, viele bedanken sich dafür, dass ich Unterschriften sammle und ich höre wiederholt: „Prima, ich habe euch schon gesucht!“ Leute möchten von mir Info-Karten für Nachbarn und Arbeitskollegen, mehr, als ich mitbringen konnte. Auch leere Unterschriftenlisten habe ich auf Wunsch gerne herausgegeben und darüber informiert, wie damit verfahren werden soll. Mein Ersatzkugelschreiber bewährt sich bei dem etwas durchgeweichten Papier.

So ist es eine wahre Freude, Unterschriften für unsere Forderung zu sammeln. Nach der 6ten, vollgeschriebenen Liste mache ich Schluss und wende mich der Bühne zu, um auch noch etwas von den Redner*innen mitzubekommen. Ich kann mich nicht erinnern, in meinem Leben jemals auf so große Aufgeschlossenheit, getroffen zu sein, Name, Adresse und Unterschrift für eine politische Sache zu geben. In Dortmund dabei zu sein, das brachte Elan für unsere Sache. NRW ist stabil gegen Rechts. Vielleicht schaffen wir 50.000 Unterzeichnende schon bis Ostern!