Eigentlich wollte ich einkaufen, als ich den AfD-Disinformationsstand in der Innenstadt entdeckte, dem eine bunte, kreativ agierende Gruppe Gegendemonstrierender junger Menschen gegenüberstanden. Schnell bin ich nach Hause geradelt, Plakate, Sticker und Unterschriftenlisten auf fünf Klemmbrettern mit genügend Stiften in die große Radtasche gestopft, und flugs zurück, zu den Demonstrierenden. Ein halbes Dutzend auf Pappe geklebte Plakate mit der Forderung „AfD-Verbot jetzt“ die mir, wie auch die Klemmbretter, fast aus den Händen gerissen wurden, und los ging es mit der Unterschriftensammlung, mit Unterstützung von mir aller weitestgehend fremder jungen Menschen. Verdutzt Gesichter bei den AfD-ler*innen, die sich eher ängstlich um ihren Stand scharten. Kleine Irritation und dann erkennbar wohlwollend Reaktion bei der Polizei, deren Zahl größer war als die der A … Partei. Es war wie ein Fest der unverkennbaren Aversion auf Seiten vieler, sehr vieler Passant*innen, die demonstrativ, unter den Augen der AfD-ler*innen, für das Verbot der Fascho-Antidemokraten, ihre Unterschrift unter die Verbotsforderung setzen. Es bildeten sich immer wieder Gruppen Unterzeichnungswilliger, was einfach ein wunderbares, enorm ermutigendes Ereignis war. Wir, die Antifaschisten, die wir uns eigentlich nicht kannten, stellten uns einander mit Vornamen vor, schüttelten Hände, tauschten uns über das Gefühl der Genugtuung aus, den Faschos hier kräftig in die Suppe zu spucken. Und wir genossen gemeinsam die vielen Menschen, die unter den Augen der Faschos und ihrer kleinen Anhängerschar die Unterschriftenlisten unterzeichneten. 230 Menschen unterschrieben unseren Appell in nur 1 1/2 Stunden. Die Polizei bat uns, doch nicht so spontan, sondern besser angemeldet, solche Aktionen zu starten. Wir wurden informiert, dass man von den Behörden doch erfahren könne, wann und wo die AfD-ler*innne einen Stand angemeldet haben. Da kann man nur DANKE sagen. Was ist idealer, als die Empörung der Mitbürger*innen, die sich über der AfD-Disinformations(-schandfleck)stand in ihrer Stadt ärgern, die Möglichkeit zu geben, ihrem Ärger mit einer Unterschrift für die Forderung für das AfD-Verbot Luft zu machen!
Autor: Werner
